EMSTAL



Emstal

Da unsere Gaststätte "Zur Linde" im schönen Ort Emstal liegt, gibt es außer unserer schmackhaften Küche, viel zu entdecken rund um Emstal.
Emstal liegt im Naturschutzgebiet Lehniner Land, wo noch viele seltene Pflanzen und Tiere heimisch geworden sind. Wie z.B. der Eisvogel. Außerdem gibt es in der Umgebung von Emstal reichlich unberührte Natur die von Wald, Wasser und Wiesen umgeben ist und zum Baden, Angeln und Wandern einlädt.
Erste urkundliche Erwähnung war das Jahr 1193 unter den Namen Zwina, ab 1580 bis 1936 Schwina und ab 1937 Emstal. Emstal liegt 3 Km von Lehnin entfernt.
Die Kirche von Emstal ist aus Backstein mit spitzer Turmhaube von 1889.






Backofengeschichte von Emstal

Brot und Kuchen backen im eigenen Backofen gehörte in der Vergangenheit in Emstal zum normalen Tagesablauf, denn an die 20 Backöfen waren in Betrieb.
Alle 14Tage wurde frisches Brot gebacken. In Steintöpfen wurde es dann frisch gehalten. Übrig geblieben waren noch 3 verfallene Backöfen als sich am 10. März 1983 eine "Interessengemeinschaft Backofen" gründete. Ein Backofen wurde restauriert und am 21.Mai 1983 wieder in Betrieb genommen.
Seit 1983 findet alljährlich das Emstaler Backofenfest statt. (immer den ersten Sonntag nach Pfingsten) Mit diesem Fest wurden tausende Besucher angelockt und Emstal wurde bekannt.
Emstal besitzt auch ein Backofenmuseum in der Hauptstraße, das samstags von 14.00 Uhr-16.00 Uhr geöffnet ist. Weitere Informationen über das Backofenmuseum Emstal erhalten Sie über Herrn Schenk unter der Telefon-Nummer 03382/504.






Landschaft und Natur rund um Emstal

Emstal, am Rande des Lehniner Naturschutzgebietes gelegen, weist eine Vielzahl von Schönheiten auf. Für Naturliebhaber und Angler ein Paradies. In den letzten Jahren wurde die Landschaft durch umfangreichen Torfabbau positiv verändert. Durch Umwandlung der ehemaligen LPG Rädel-Emstal in einen Öko-Hof wurden erstmalig auch in der Flurbewirtschaftung Voraussetzungen geschaffen, eine vielfältige Tier- und Pflanzenwelt gesund zu erhalten. Eine Landbewirtschaftung ohne Pestizide und Stickstoff ist natürlich auch für uns Menschen gesünder. Pionierarbeit für diese Art der Landbewirtschaftung wurde Herbert Schenk geleistet. Viele vom Aussterben bedrohte Vögel finden bei uns noch eine Heimat und sind dabei, sich wieder weiter auszubreiten. Dazu gehören der Drosselrohrsänger, Kranich, Rohrdommel, Bekassine, Eisvogel, Heidelerche, Krickente, Neuntöter, Wendehals, Ziesenmelker, Gartenrotschwanz, Grünspecht, Hohltube, Schafstelze, Waldschnepfe, Wiesenpieper. Ausgestorben sind bei uns die Blauratze, der Wiedehopf, das Rebhuhn - alle 3 Arten waren in den 50 Jahren noch zahlreich bei uns vertreten. Besucher aus den alten Bundesländern sind erstaunt in Emstal noch den Kuckuck zu höre. Tun wir alles, um uns diese Natur recht lange zu erhalten.
Eine Kostbarkeit besitzt Emstal in seiner Landschaft links und rechts der Emster, deren Quelle im Nachbarort Rädel liegt. Wer Naturerlebnisse in einer ökologischen reichen Landschaft sucht, der findet sie in Emstal. Derartige Bäche mit unverschmutzten und unverbauten Bachläufen weisen eine noch ganz spezifische Flora und Fauna auf. Sie besitzen eine besondere Bedeutung für Wildfischarten, die vielerorts schon im Bestand bedroht sind.

Dorfchronik von Emstal

Die Dorfchronik wurde von Emstal seit Jahrhunderten überwiegend von den Lehren des Ortes geführt, wurde 1945 als "Faschistische Literatur" vernichtet.
Bereits um 1858 wurde Torfstich betrieben
1929 Gründung der Freiwilligen Feuerwehr
Es gab einmal in Schwina 26 Schifferfamilien ( Wasserstraßenverbindung Emster Kanal - Brandenburg)
1924/25 bekam Schwina Stromleitungen, wurde an das Überlandnetz angeschlossen
1926 sprach Wilhelm Pieck auf dem Bäckerplatz
Um 1930 wurde Torfmull als Düngemittel für für Acker und Garten verkauft
1937 gab es in Emstal 120 Pferde
1937 hatten in Emstal 46 Emstaler ein Motorrad und 10 Emstaler einen PKW
Vor 1945 hatten 36 Haushalte eine eigene elektrische Wasserversorgung
1938 waren in Emstal 93 Männer Mitglieder der NSDAP und deren Gliederungen
Der 1.und 2. Weltkrieg brachten viel Kummer und Sorgen nach Emstal. 63 Väter und Söhne sind auf den Schlachtfeldern gefallen. 3 Väter kamen nach 1945 in KZ-Lagern um.

Geschichte von Emstal

Über das tatsächliche Gründungsjahr des Ortes Emstal (Schwina) gehen die Notizen einiger Chronisten auseinander. Nach dem 1977 in Belzig (früher Kreis Zauch-Belzig) herausgegebenen Lexikon, ist Zwina erstmals im Jahre 1193 schriftlich als Dorf erwähnt worden, gehörte aber bereits 1180 zum Kloster Lehnin.
Gisela Heller schreibt in ihrem "Märkischen Bilderbogen" von 1978, daß die Orte Nahmitz, Michelsdorf, Rädel und Emstal sowie die zwischen diesen Orten einst liegenden Siedlungen Eken, Cistecal und Gölitz bereits vor der Gründung Lehnins 1180 existierten.
Auch Schriften von Goldmann, Grasow, Mangelsdorf und die Ausgrabungen bei Rädel deuten darauf hin.
Das für Lehnin angegebene Gründungsjahr 1180 bezieht sich auf das Kloster Lehnin, das der Sage nach auf Wunsch Otto I. erbaut wurde. Otto hatte sich bei der Jagd in den Wäldern der Zauche verirrt, war dann erschöpft eingeschlafen und hatte unter einer großen Eiche einen "Traum". An dieser Stelle errichteten auf Wunsch Otto I. Zisterzienser Mönche das Kloster Lehnin. Zuvor hatten sie aber Verbindung zu den Bewohnern der Umgebung aufgenommen.
Aus Kirchenakten ist zu entnehmen, daß die hier siedelnden Menschen überwiegend vom Fischfang und der Jagd lebten.
In der Jungsteinzeit gingen die Bewohner dann zu Ackerbau und Viehzucht über.
Im Heimatkundeunterricht um 1920 wurde gelehrt, daß die Bewohner des Ortes Zwine Schweinezucht für das Kloster Lehnin betrieben haben und aus der "Schweine-Suhle" , "Schweine-Aue" , die am Zitzel an der Brückerstrasse war, der Name Schweinau - Schwina hervorging.
Seit der ersten Erwähnung des Ortsnamens in Kirchenakten hat sich dieser im Laufe der Geschichte gewandelt.
1193 Zwine
1217 Zwine
1375 Swyna
1540 Schwine
1580 Schwina
1937 Emstal
1936 wurde auf Staatsebene eine Verfügung erlassen, alle Ortsnamen slawischer Herkunft zu ändern. Darunter fiel auch die Bezeichnung für den Ort Schwina.
Die Gemeindevertretung beriet zusammen mit dem Bürgermeister Willi Paul den Ortsnamen, der der Ortslage angepaßt sein sollte. Von vielen kleinen Hügeln und Bergen umgeben, wie Wurzelberg, Salzleckerberg, Trummelberg, Luchberg, Mühlenberg, Schweineberg, Zitzelberg, Eichelberg, Rauhberg, Flachsberg lag im wunderschönen Wiesental das Straßendorf. Das "Fließ" (Fließgraben), das den Gohlitzsee mit dem Mühlenteich verbindet, ist unter der Bezeichnung "Schwarze Emster" eingetragen. Der Schiffer Daniel Wils schlug den neuen Namen des Ortes vor. Der Name Emstertal, der den Gemeindevertretern zu lang erschien, wurde durch die Bezeichnung Emstal angenommen. Die Gemeinde akzeptierte diesen Vorschlag.
Der neue Name des Ortes wurde als in Deutschland noch nirgends bestehend ab 1.Januar 1937 genehmigt.
(Seit 1. Januar 1967 gibt es diesen Ortsnamen nun aber doch noch einmal. Im Raum Kassel, im Wolfhager Land, erhielt nach dem Zusammenschluß einiger kleiner Ortschaften der neue Ort auch den Namen Emstal.)

Sage aus Emstal

Burgwall bei Schwina
Des Nachts, da kommt der wilde Jäger mit seiner Jagd über den Mittelsee bei Schwina, dem heutigen Emstal, hinübergezogen. Wo die hohen Kiefern stehen, von dem sogenannten Burgwall, zieht er aus und dann quer über das Wasser. Die Leute sagen , es sei der Herr der Burg, die dort gestanden. Er sei bei Lebzeiten ein gewaltiger Jäger gewesen und könne auch im Tode nicht davon lassen. Es ist nicht gut ihm zu begegnen, wenn es auch nicht allen so geht wie einst dem Oberförster Kusig aus Rädel. Der hat einmal allein am Burgwall gejagt, da hat man ihn als Leiche nach Hause holen müssen. Der wilde Jäger hatte ihm ein Leid angetan, obwohl keine Spur äußerer Gewalt zu entdecken war. Ein Pfahl hat noch lange die Stelle bezeichnet, wo man den Oberförster tot gefunden. Aus "Sagen der Mark Brandenburg" von Wilhelm Schwartz